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5. Internationaler Gebetstag, Amsterdam 2003



Zeugnis von
Hiroshi Tatsuchi, Japan

„Japan wird sich bekehren!“

Ich heiße Hirosi Tatsuchi und neben mir ist meine Frau Schiko.
Wir sind gerade auf Hochzeitsreise. Warum wir jetzt hier stehen, schwitzend und mit Lampenfieber, weiß ich auch nicht. Ich wundere mich selbst darüber. Wir haben erst vor einer Woche, am 31. Mai, am Tag der Frau aller Völker, geheiratet.

Am letzten Mittwoch durften wir in Rom bei der Papstaudienz sein, anschließend nach Amsterdam pilgern, und jetzt sind wir hier, mittendrin im Gebetstag. Ich muss sagen, ich bin sehr glücklich. Ich bin sicher, dass es „Die Frau aller Völker“ ist, die alles für uns so organisiert hat.

Mein Land, Japan, hat 130 Millionen Einwohner. Davon sind nur 450 000 Katholiken, das heißt: von 300 Japanern nur ein einziger. Auch ich wuchs in dieser heidnischen Umgebung auf. Wie die meisten Japaner wusste ich zwar einiges über das Christentum, aber eher im Sinne der Allgemeinbildung.

Als ich Student war, unternahm ich für einen Monat einen Europareise. Ganz allein bereiste ich verschiedenen Ländern. Eines Tages betrat ich in München eine Marienkirche. Ich kniete vor einer Statue der Gottesmutter nieder und betete zum ersten Mal in meinem Leben. Warum, weiß ich nicht. Ich hatte ja keine Beziehung zur Muttergottes. Aber in diesem Moment wollte ich einfach zu ihr sprechen und mit ihr sein. Ich blieb lange Zeit in dieser Kirche, mit ihr allein in der Stille.
So begann mein Glaubensweg und nach 2 Jahre empfing ich das Sakrament der Taufe. Nach der Taufe bin ich oft nach Akita gefahren, dem bekannten Wallfahrtsort in Japan. Ich durfte die stigmatisierte Seherin, Sr. Agnes Sasagawa, persönlich kennenlernen.
Durch Akita habe ich von der Erscheinung von Amsterdam erfahren, auch von der Berufung der Muttergottes als Miterlöserin.

Was den Glauben betrifft, ist die Geschichte der japanischen Christen leidvoll. Da durch heidnische Fürsten eine starke Verfolgung ausbrach, die drei Jahrhunderte lang dauerte, wurde das Christentum fast ausgerottet. Historiker sagen: „In jeder japanischen Stadt ist Märtyrerblut geflossen.“ Wussten Sie, dass 1945 70 % aller japanischen Katholiken in Nagasaki lebten? Sie war die „katholische Stadt Japans“. Jetzt werden Sie sich vielleicht fragen: „Warum fiel dann ausgerechnet auf Nagasaki die Atombombe?“ Auch ich habe mir diese Frage gestellt. Aber, je besser ich den miterlösenden Wert des Leidens von Unschuldigen verstand, um so besser verstand ich diese Zulassung Gottes in der japanischen Geschichte.
Trotz der Glaubenslosigkeit meines Landes kann ich jetzt glauben, dass alles vergossene Blut einmal die Bekehrung des ganzen Landes bringen wird. Gerade in Amsterdam verspricht ja die Muttergottes: „Japan wird sich bekehren.“ Und ich glaube daran!

Gerne möchte ich euch im Zusammenhang mit dem Rosenkranz noch etwas Schönes erzählen.
Denn nicht nur auf Nagasaki sondern auch auf Hiroshima fiel eine Atombombe. Hiroshima sollte ausgelöscht werden, um die japanische Kriegsmacht vernichtend zu treffen. Aber Maria, die Königin des Rosenkranzes, beschützte auf wunderbare Weise eine kleine Gemeinschaft von vier Jesuitenpatres, die in einem Pfarrhaus nur 8 Häuserblocks vom Zentrum der Explosion entfernt lebten. Als 30jähriger Priester war Pater Hubert Schiffer in der Pfarrei „Maria Himmelfahrt“ in Hiroshima im Einsatz. Vor Zehntausenden legte er Zeugnis ab:
„Nur gleisende Helligkeit umgab mich. Plötzlich war alles erfüllt vom Donnerschlag einer schrecklichen Explosion. Es wirbelte mich durch die Luft wie ein Blatt im Herbstwind. Dann war alles in Dunkelheit getaucht, in Stille, in Nichts. Ich lag mit meinem Gesicht nach unten in zersplittertem Holz. Blut rann über mein Gesicht. Ich konnte nichts sehen, nichts hören. Ich glaubte, tot zu sein! Dann vernahm ich meine eigene Stimme. Dies war die erschreckendste Erfahrung von allem. Es zeigte mir, dass ich noch am Leben war und in mir wuchs die furchtbare Gewissheit, dass eine grauenhafte Katastrophe passiert sein musste! Einen ganzen Tag verbrachten meine drei Mitbrüder und ich in dieser Hölle von Feuer, Rauch und Strahlung bis wir endlich von Rettungsleuten gefunden und geborgen wurden. Wir waren zwar alle verletzt, aber durch die Gnade Gottes hatten wir überlebt.“

Menschlich kann sich niemand erklären, warum diese vier Jesuiten, in einem Umkreis von 1,5 km als einzige überlebt hatten. Es bleibt allen Experten ein Rätsel, warum keiner der vier Patres durch die radioaktive Strahlung Schaden genommen hatte und warum ihr Pfarrhaus, das doch nur acht Häuserblocks vom Zentrum der Explosion entfernt war, noch stand, obwohl alle Gebäude ringsum völlig zerstört und ausgebrannt waren. Auch die 200 amerikanischen und japanischen Ärzte und Wissenschaftler, die P. Schiffer nach eigenen Angaben untersucht hatten, konnten keine Erklärung dafür finden, weshalb er noch 33 Jahre nach der Explosion ohne Spätfolgen bei guter Gesundheit weiterlebte.
Staunend hörten alle immer wieder die gleiche Antwort auf ihre vielen Fragen. „Als Missionare wollten wir in unserem Leben einfach die Botschaft der Gottesmutter von Fatima leben und deshalb beteten wir täglich den Rosenkranz.“

Das ist die hoffnungbringende Botschaft von Hiroshima: Das Rosenkranzgebet ist mächtiger als die Atombombe. Heute befindet sich im Zentrum der wiederaufgebauten Stadt Hiroshima eine Mariengedenkkirche. Die 15 Glasfenster zeigen die 15 Geheimnisse des Rosenkranzes, der dort Tag und Nacht gebetet wird.

Das wollte ich euch aus meiner Heimat erzählen, um euch Mut zu machen.
Und noch etwas: Seit ich die Frau aller Völker kennengelernt habe, wende ich mich auch im Privatleben, wenn ich irgendwelche Probleme habe, immer sofort an sie, wie an eine Mutter. Sie hat mich nie im Stich gelassen. So ist es für uns beide eine große Freude, für die Frau aller Völker mitarbeiten zu dürfen.

 
 
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