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5. Internationaler Gebetstag, Amsterdam 2003



Zeugnis von
Matthijs van Dorp und Robin Pownall
aus den Niederlanden

„Die Frau aller Völker führte uns aus der Glaubenslosigkeit zu Jesus“

Vorstellung: Wir hören jetzt ein Zeugnis, das für die junge Generation in Holland ganz typisch ist. Hier haben wir zwei junge Männer, Matthijs (rechts) und Robin, die uns gemeinsam erzählen werden, wie sie zum katholischen Glauben fanden und welche entscheidende Rolle die Frau aller Völker dabei spielte.
Es wird kurz sein, weil man Herzensgeheimnisse nie vor vielen Menschen ausbreitet. Wir konnten sie trotzdem überzeugen, zur Ehre Gottes etwas von ihrem inneren Geheimnis preiszugeben. Beide haben die erfrischenden Vorzüge von Neubekehrten: große Dankbarkeit und ein Staunen-können über Gottes wunderbares Wirken.
Robin ist Graphikdesigner, war Weltenbummler und UNO-Soldat, u.a. im Libanon; er ist leidenschaftlicher Fallschirmspringer und Abenteurer. Obwohl er an ein höheres Wesen und an einen Sinn des Daseins glaubte, suchte er die wahre Liebe fern von Gott und Seinen Geboten.
Das Zeugnis dieser beiden jungen Männer ist deshalb so ergreifend, weil Robin als Neubekehrter, durch die Frau aller Völker, sofort seinen Glauben an Matthijs weitergab, und ihre Freundschaft wurde erst dann eine wirkliche Freundschaft. Als Matthijs sich taufen und firmen ließ, wurde Robin sein Tauf- und Firmpate. Und als gestern Robin gefirmt wurde - ihr habt es ja gesehen - wurde Matthijs sein Firmpate. In dieser schönen Freundschaft hat eine 83jährige Holländerin einen entscheidenden Anteil. Wir wollen sie dann auch noch zu uns her rufen.
Und Matthijs ist eigentlich ganz ohne Glaube aufgewachsen, obwohl seine Eltern protestantisch sind. So wie viele Jugendliche versuchte auch er die innere Leere seiner Glaubenslosigkeit durch Drogenkonsum zu erfüllen.
Danach kam er in einen Kreis, der durch Meditation die Welt verbessern wollte. Was schön und harmonisch begann, endete durch Stolz, in Eifersucht und Hass. Die ganze Gruppe fiel auseinander und Matthijs war fast nicht mehr fähig, in der Realität zu leben. Er lebte wie in Trance. Die Rückkehr aus dem andauernden, verantwortungslosen ‘High’-Zustand in diese Welt, wurde ihm damals schlichtweg zu viel. Ein ganzes Jahr war er völlig überspannt. Einem Schnellzug gleich, rasten all seine Emotionen über ihn hinweg. Und vor allem hatte er Angst, Angst wie er sie nie gekannt hatte. Kurz: Er war fast lebensunfähig geworden.
(Anm. Dez. 2010: Matthijs ist vor einigen Jahren der Gemeinschaft der Johannesbrüder beigetreten und bereitet sich auf das Priestertum vor.)

Matthijs:
Ja, das war keine besonders angenehme Zeit. Obwohl ich wusste, dass eine übernatürliche Welt besteht, wollte ich vorerst nichts mehr mit irgend etwas Übernatürlichem zu tun haben, um endlich wieder mit beiden Füßen in der Wirklichkeit zu stehen.
Nachdem ich ein Jahr lang völlig überspannt war, fasste ich irgendwie doch den Mut, mich für das Leben zu entscheiden und begann Stück für Stück, die Scherben meines Lebens zusammenzufügen. Ich begann mit einem Schreibmaschinenkurs, und als ich das Diplom in Händen hielt, war dies ein wahres Erfolgserlebnis für mich. Nach sechs Jahren war ich als Programmierer nicht nur mit beiden Füßen auf dem Boden, sondern war tief verwurzelt in der mondänen Welt, und ich lebte ganz verweltlicht. Da stieg das Verlangen nach dem Spirituellen unerwartet wieder in mir hoch und ließ mich nicht mehr los. Obwohl ich versuchte, es zu ignorieren, ließ es mich nicht los und wurde immer stärker. Ich konnte nicht anders: ich musste etwas tun. Da es das letzte Mal sehr schmerzlich geendet hatte, wollte ich es diesmal anders anpacken. Ich dachte mir, es gibt nur einen Gott. Die einen nennen ihn Allah, die anderen Krishna oder Buddha oder geben ihm sonst einen Namen. Deshalb entschloss ich mich, die Bibeln der verschiedenen Weltreligionen zu lesen. Die übereinstimmenden Punkte sollten für mich dann als Wahrheit gelten. So begann ich mit der Bagavad Gita, mit dem Lehrbuch der Hare Krishna.
In dieser Zeit ging ich einmal mit Robin im Wald spazieren.

Robin:
Ich erinnere mich noch gut an diesen Spaziergang. Ich hatte mich erst kurz zuvor bekehrt. 1998, also erst vor fünf Jahren, erhielt ich ein Gebetsbild der Frau aller Völker. Ich habe es immer wieder gebetet, ich habe es auch mitgenommen, als ich für ein Jahr in Rhodos für den Aufbau eines Casinos als Designer gearbeitet habe. Obwohl ich das Gebet immer wieder betete, hatte ich noch keinen lebendigen inneren Bezug zur Frau aller Völker. Trotzdem sorgte ich einmal dafür, dass das Pilgerbild zu meiner Oma kam. Aber ich dachte natürlich: „Das Pilgerbild ist nichts für mich, das ist etwas für meine Oma.“ Aber als ich das Bild wieder abholte, und damit im Zug fuhr, dachte ich: „Wenn du wirklich die Muttergottes bist, dann sollst du nicht im Karton bleiben“, und ich stellte das Bild sichtbar für alle neben mich auf den Sitz. Später wurde mir bewusst, dass ich damals im Zug begonnen hatte, mit der Gottesmutter zu sprechen, wie mit einer lebendigen Person.
Schritt für Schritt führte mich Gott jetzt durch die Frau aller Völker zu Jesus und zur Kirche zurück. Meine Bekehrung ist für mich kostbar wie ein Diamant, und ihr versteht sicher, dass ich jetzt nicht so detailliert darüber sprechen möchte. Auf jeden Fall war ich, als ich mit Matthijs spazieren ging, neubekehrt und voll Begeisterung für Gott und die Frau aller Völker. Matthijs erzählte mir von dem, was er in der Bagavad Gita, dem Lehrbuch der Hare Krishna, gelesen hatte; ich erzählte ihm von Gott und meiner wunderbaren Bekehrung durch die Frau aller Völker. Gott war deutlich spürbar in unserer Mitte.

Matthijs:
Kurze Zeit danach rief ich Robin an und bat ihn, er soll mich doch einmal in eine Kirche mitnehmen. Er sagte: „Ja, das ist in Ordnung, die nächste Möglichkeit ist aber ein Nationaler Gebetstag in Amsterdam.“ Ich hatte mir vorgestellt, in eine Kirche zu gehen, um irgendwo hinten von einem Winkel aus alles zu beobachten. Der Gedanke an eine große Zusammenkunft widerstrebte mir und ich sagte: „Machen wir es doch ein anderes Mal.“ Nachdem ich den Hörer aufgelegt hatte, dachte ich mir: „Was bin ich doch ein Esel! Geh doch einfach! Wovor hast du Angst?“ In diesem Moment rief Robin mich an und fragte, ob ich nicht doch zum Gebetstag der Frau aller Völker kommen wolle. Es war, wie das holländische Sprichwort sagt: ‚Zwei Seelen und ein Gedanke!’ Also sagte ich zu. Auf dem Weg dorthin schenkte er mir diesen Rosenkranz.
Beim 2. Nationalen Gebetstag 2002 in der Jaap Edenhal sah ich Robin am Boden knien und so innig beten, dass ich mir dachte: „Wenn Robin verrückt ist, dann sind wir es alle.“ Ich folgte seinem Beispiel, kniete mich nieder und richtete mein Gebet in einfachen, stümperhaften Worten zu Gott. Der Gebetstag wurde für mich zu einem tiefen Erlebnis. Die Atmosphäre der Liebe, der Einheit, tat mir so gut.
Auf dem Heimweg war der Friede immer noch spürbar, und in derselben Woche rief ich Robin an und sagte: „Ich will mehr!“ Er nahm mich mit in verschiedene Kirchen, Klöster und Kapellen. Es kam mir vor, dass meine Suche nach Gott, die anfangs nur ein kleines Bächlein war, in einen Strom mündete, der mich mit aller Kraft zur katholischen Kirche hinzog.
Obwohl ich überhaupt nicht gerne lese, war mein ganzer Wohnzimmertisch nach kurzer Zeit voll von christlicher Literatur. Ich muss gestehen, dass es für mich zu Beginn nicht ganz einfach war, das Gedankengut der Hare Krishna aufzugeben. Vieles gefiel mir. Ich bat Gott um Klarheit und öffnete die Bagavad Gita, die sogenannte Hare-Krishna-Bibel und las die Stelle, wo mein Finger lag. Was ich dann las, hat mich beruhigt und davon überzeugt, dass es gut ist, wenn ich in die katholische Kirche eintrete. Es war das letzte Mal, dass ich dieses Buch geöffnet habe. Heute liegt es mit einer dicken Staubschicht unter meinem Nachtkästchen.
Jetzt sind mir die Bibel, die Nachfolge Christi von Thomas von Kempen und Die Liebe zur ewigen Weisheit vom Hl. Ludwig Maria Grignion von Monfort zu einer sehr kostbaren Lektüre geworden. Ich kann sie euch allen von ganzem Herzen empfehlen.

In der Kapelle der Frau aller Völker fühlte ich mich von Anfang an zu Hause und geborgen. Dort wurde ich dann auch auf die Taufe vorbereitet, die ich am 11. Oktober 2002, dem Fest der Mutterschaft Mariens empfing.
Wenn ich zurückblicke, muss ich sagen, dass ich durch meinen häufigen Drogenkonsum, wie ein „chemisches Fass“ geworden war. Ich versuchte alles Mögliche, um die nagende innere Leere zu füllen. Ich wusste damals nicht, was mich quälte. Aber heute sehe ich, dass es der Mangel an echter Liebe war. Diesen Mangel an Liebe wollte ich mit etwas Künstlichem füllen, was mich aber nicht wirklich erfüllen konnte.
Zum Schluss möchte ich Euch gerne sagen, dass Gott mir heute soviel Liebe schenkt, dass mein Herz ganz erfüllt ist, ja sogar überfließt, und ich die Liebe weiterschenken kann.
Im Winter sind Robin, Anna - , das ist die Freundin von Robin - und ich einige Male bepackt mit Lebensmitteln, Handschuhen, Schals, aber auch mit Gebetsbildchen und Rosenkränzen in verschiedene Stadtviertel von Amsterdam gegangen, wo viele Obdachlose und Drogensüchtige sind.

Robin:
Immer wenn wir ihnen etwas für ihre materiellen Bedürfnisse geben, bieten wir ihnen auch einen Rosenkranz und ein Gebetsbild an. Beim Gebetsbild sagen wir dazu: „Wenn es nichts für dich ist, dann kennst Du sicher jemanden, der es gerne nimmt.“ Ihr könnt Euch nicht vorstellen, liebe Freunde, was für schöne Begegnungen wir erleben dürfen! Immer möchten wir den Obdachlosen ein Geschenk machen, aber in Wahrheit sind wir die Beschenkten. Öfter als man denken mag, begegnen wir Menschen jeden Alters, die gläubig sind und nicht selten staunen wir, wie gut sie die Hl. Schrift kennen, manchmal sogar besser als wir. Öfters habe ich Schlüsselanhänger bei einer Disco, einer Bar, am Bahnhof oder sonst wo hingelegt und habe geschaut, wie lange sie dort liegen, bis jemand sie findet und glücklich mitnimmt.
Viele schöne Beispiele könnten wir auch über die Verbreitung des Gebetsbildchens erzählen, dazu aber reicht die Zeit nicht.

Matthijs:
Zum Schluss wollen wir Euch noch Frau Wobien de Jong vorstellen. Sie war zusammen mit Robin meine Taufpatin. Für Robin und mich ist Wobien eine große Stütze im Glauben. Als Neubekehrte sind wir natürlich dankbar, jemanden zu haben, der den Glauben aus jahrzehntelanger Erfahrung kennt. Wobien hilft und uns im Wirrwarr der Meinungen, auch durch gute Literatur, den gesunden katholischen Glauben immer mehr zu vertiefen.

Robin:
Liebe Freunde, zum Schluss wollen wir Euch sagen, dass die Arme des göttlichen Vaters weit offen stehen. Mit Geduld und echter Liebe zu Gott wird in dieser besonderen Zeit jedes Gebet erhört. Lassen wir uns nicht durch unsere Sorgen beunruhigen, denn der Vater lässt Seine Kinder nie allein. Wie bei uns, macht er krumme Wege gerade. Ave Maria.

 
 
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