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5. Internationaler Gebetstag, Amsterdam 2003



Zeugnis von
Monica Harnecker aus Chile

Ich möchte mit Euch eine ganz besondere Erfahrung teilen, eine Liebesgeschichte, die ich vor 16 Jahren mit Gott und der Gottesmutter erlebte und die mein Leben total veränderte.
Meine Eltern waren katholisch, und ich wurde in einer Klosterschule unterrichtet. Ich heiratete einen sehr guten Mann, aber er war Agnostiker, d. h. für ihn hatte Gott in seinem Leben keine Bedeutung.

Es begann damit, dass ich an manchen Sonntagen nicht mehr zur Kirche ging, bis ich es schließlich ganz unterließ. Dann hörte ich auf zu beten und zuletzt ließ ich Gott und die Kirche hinter mir zurück.
Und so vergingen 10 Jahre. Ich hatte mich völlig von Gott getrennt, bis unser drittes Kind, ein Mädchen, Andrea geboren wurde.
Als Andrea 3 Monate alt war, bemerkten wir, dass mit ihr etwas nicht stimmte. Wir ließen sie in einem neurologischen Krankenhaus für Kinder untersuchen. Eine Woche lang musste sie die verschiedensten medizinischen Untersuchungen über sich ergehen lassen. Am Ende dieser Woche stellte sich heraus, dass sie eine beträchtliche geistige Behinderung hatte.

Wir werden wohl nie mehr den Augenblick und den Tag vergessen, als man uns sagte: „Andrea wird nie fähig sein, in eine normale Schule zu gehen oder wie jedes andere normale Kind zu leben.“ Unsere Tränen zurückhaltend verließen wir das Krankenhaus, wie vernichtet, mit einer unbeschreiblichen Einsamkeit und Angst im Herzen.
Kein tröstendes Wort meines Mannes konnte mir in meinem Schmerz helfen. Alles klang leer. Genauso waren alle meine Worte leer für ihn.
Um verstehen zu können, was geschehen war, brauchte ich jemanden, bei dem ich Zuflucht suchen konnte. Es schien mir, als ob ich mit diesem Kreuz, das plötzlich aufragte, alle Kraft und den Lebenswillen verloren hätte.
So verbrachten wir viele Tage in Angst und Trostlosigkeit. Warum wir? Was hatten wir getan? Womit hatten wir das verdient? Das fragten wir uns, bis ich eines Nachts fühlte, dass ich beten musste. Ich versuchte das Vater unser zu beten, und zu meiner Beschämung und Traurigkeit mußte ich eingestehen, dass ich es vergessen hatte. Oh, wie ich den Erlöser brauchte!

Wir entdeckten eine katholische Kirche nahe bei unserem Haus. Das erste Mal nach zehn langen Jahren gingen wir wieder zur Hl. Messe. Nach der Messe traf sich eine Charismatische Gruppe zum Gebet und spontan entschieden wir uns, zu diesem Treffen zu gehen.
Als wir hineinkamen, sahen wir diese Gruppe von Leuten mit Freude beten und singen. Geführt wurden sie von ihrem Bischof. Ihre Gesichter spiegelten tiefen Frieden, Freude und Ruhe wieder, und sie gaben mir das Gefühl, entweder verrückte oder ganz besondere Leute zu sein. Und in der Tiefe meines Herzens sehnte ich mich danach zu haben, was sie hatten. Aber wie weit entfernt fühlte ich mich von all dem!
Als das Gebetstreffen zu Ende war, blieben mein Mann und ich sitzen. Ich fühlte mich leerer und schwächer als je zuvor, als ob ich nicht einmal die Kraft finden würde aufzustehen und hinaus zu gehen.
Beide waren wir in dieser tiefen Hoffnungslosigkeit, als wir plötzlich eine Hand auf unseren Schultern fühlten. Eine kleine, alte Dame stand hinter uns und sprach: „Als ich Sie beide hier eintreten sah, sagte ich zu mir selbst: ich bin so glücklich, dass sie sich endlich entschlossen haben zu kommen.“
Wir können den Ausdruck auf ihrem Gesicht nur als himmlisch beschreiben. Die Art, wie sie uns anblickte, ihre tröstenden Worte, alles in ihr brachte ihre reine Liebe zum Ausdruck.

Obwohl wir sie viele Male wieder sahen, schien sie uns niemals wieder so verklärt. Wir haben keinen Zweifel in unseren Herzen, dass es die Gottesmutter war, die in diesem Moment zu uns sprach.
Da brach etwas in meinem Inneren zusammen. Ich fühlte plötzlich Gottes Liebe lebendig in mir. Ich wusste mich so geliebt von Gott, dass ich nicht fähig war, so viel Liebe zu fassen. Wochen lang, ja Monate lang weinte ich in einem ständigen Auf und Ab. Aber ich weinte aus Liebe, es waren Tränen der Liebe. Ich liebte Gott, ich liebte die Liebe.
Der Hunger und Durst nach Gott, den ich jetzt in meinem Inneren erlebte, drängte mich, täglich zur Hl. Messe zu gehen und zu beten. Ich sprach mit Ihm so aus meinem Herzen, mit meinen eigenen Worten, mit meinem ganzen Gefühl - wie ein Kind.

Die zweite wichtige Etappe in meinem Glaubensleben begann, als ich die Frau aller Völker kennenlernte.
Zum ersten Mal Bekanntschaft machte ich mit ihr während Exerzitien über den göttlichen Willen, die P. Pablo Martin in Chile hielt. Er gab mir ein Gebetsbild mit diesem mächtigen Gebet, das SIE uns schenkte. Von diesem Moment an spürte ich große Sehnsucht, die Gottesmutter in ihrem Heiligtum in Amsterdam zu besuchen.

Im Juni letzten Jahres wurde dieser große Wunsch Wirklichkeit. Wir kamen für nur zwei Tage nach Amsterdam und suchten die Adresse, die auf dem Gebetsbild angegeben war. Eine liebe Schwester öffnete uns die Tür. Nach einigen Augenblicken lud sie uns ein, beim Rosenkranz dabeizusein, der eben begann. Wir wussten nicht, dass wir uns bereits direkt im Heiligtum der Mutter befanden.
Wie groß war unsere Überraschung, als beim Betreten des Raumes unser allererster Blick auf das große Bild der Frau aller Völker fiel, die mit liebenswürdigem Blick und weit ausgebreiteten Armen noch einmal zu sagen schien: Ich bin so glücklich, dass ihr endlich da seid.
Ich kniete mich augenblicklich nieder, denn ich wusste, dass ich mich in ihrer Gegenwart befand. Ich spürte, dass sie uns ein großes Geschenk machte, indem sie uns hierher führte. Und unser Herz war übervoll von Dankbarkeit.
Am nächsten Tag, es war bereits der Tag unserer Abfahrt, sagte Sr. Maria Columba: „Ich glaube, dass die Gottesmutter Sie hierher brachte, damit Sie die Mutter aller Völker auch nach Chile bringen.“ Als die Schwester mein überraschtes Gesicht sah, fügte sie hinzu: „Die Muttergottes sagt einmal: Hab keine Angst! Ich übernehme die Verantwortung.“ Und genau so war es dann auch.

In diesem letzten Jahr wurde die Frau aller Völker durch das Verteilen des Gebetsbildes und durch den Vortrag von P. Paul Maria Sigl vom 31. Mai 1997, den wir drucken ließen, bei uns in Chile sehr bekannt. Sie kam aber auch zu uns durch die 40 großen Bilder, die seither in Chile von Haus zu Haus pilgern, vom Norden nach dem Süden, um auf diese Weise ihre ermutigenden Worte in die Tat umzusetzen.

Für mich liegt die Macht des Gebetes von Amsterdam darin, dass es die Herzen mit Hoffnung zu erfüllen vermag. Und Hoffnung lässt die Liebe wachsen. Die Liebe aber gibt uns die Kraft, alles anzunehmen, was Gott für uns zulässt.

16 Jahre verstrichen seit unserer Bekehrung, die glücklichsten unseres Lebens, weil Maria ihre mütterlichen Hände auf unsere Schultern legte und uns auf Jesus schauen ließ. Sie lehrte uns, dass das Kreuz - im Licht des Glaubens betrachtet - der größte Schatz im Leben ist. Wenn wir das Kreuz mit Ihm und für Ihn tragen, wird es unsere Erlösung, unser Leben, unsere Freude, unser Friede, unsere Hoffnung, und es führt uns zur wahren Liebe.

 
 
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