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4. Internationaler Gebetstag, Amsterdam 2000



Zeugnis von
Leila d’Aramon, Frankreich

“Augustin”

Gerne möchte ich Ihnen ganz einfach ein Zeugnis über Augustin geben, einen kleinen Buben, den der Herr mir in Paris anvertraut hat. Jeden Nachmittag darf ich mich um ihn kümmern.
Augustin ist jetzt 7 Jahre alt und seit einem schweren Erstickungsanfall, den er als 5 Monate altes Baby hatte, ist er schwerstbehindert. Seither ist er im Rollstuhl und er kann fast gar nicht sprechen, nicht sehen und auch nicht gehen. Sein Dasein scheint menschlich gesehen wie nutzlos. Aber Augustin ist durch seine besondere Art wie er sich mitteilt, in außergewöhnlicher Weise für seine Umgebung da, und auch seine geistige Ausstrahlung zeigt, wie der hl. Paulus sagt, dass “Gottes Kraft sich in der Schwachheit erweist.”

Seit dem Unfall wurden die liebende Hand Gottes und die mütterliche Gegenwart der Gottesmutter im Leben von Augustin immer wieder offenbar. Aber nicht um das Leid von ihm wegzunehmen, sondern indem sie ihm die Gnade geben, es von Augenblick zu Augenblick mit Mut und sogar mit Freude zu tragen. Ja ich darf sagen, eine ganz tiefe Freude wohnt im Herzen von Augustin und spiegelt sich auf seinem Gesicht wider.

Noch am Tag von Augustins Unfall haben seine Eltern diese so schwere Prüfung Gott aufgeopfert für einen Cousin von ihnen. Er ist Familienvater und ein hochgradiger Alkoholiker. Am Tag nach dem Unfall hat Augustin die Krankensalbung bekommen, die für ihn zu einer wunderbaren Quelle geistiger Kraft wurde. Doch einige Monate nach seinem Unfall baten seine Eltern die Brüder und Schwestern einer religiösen Gemeinschaft in Paray-le-Monial für ihn zu beten, denn er hatte fast seine ganze Freude verloren. Da schenkte ihnen der Herr zwei Stellen aus der Hl. Schrift, die genau zu den Messtexten des Weihnachtstages gehören, dem Geburtstag von Augustin: “Ich sage dir, wenn du glaubst, wirst du Gottes Herrlichkeit sehen” und aus dem Lied von Zacharias: “Und du, Kindlein, du wirst Prophet des Allerhöchsten genannt werde, denn du wirst dem Herrn vorausgehen, um ihm die Wege zu bereiten.” (Lk 1,76)
Was schön war: Gegen alle Erwartung ist auch jener ungläubige Cousin zu diesem Gebetstreffen nach Paray-le-Monial mitgekommen, für den die Eltern von Augustin den Unfall ihres Kindes aufgeopfert hatten. Und er wurde bei diesem Treffen völlig vom Alkoholismus geheilt.

Augustin hat eine ganz besondere Beziehung zur Gottesmutter. So wollte er nach seinem Unfall ein ganzes Jahr lang niemand außer einer Ikone der Gottesmutter umarmen, die ihm die Eltern oft reichten. Täglich muss der kleine Bub starke, bittere Medikamente gegen Epilepsie nehmen, die Krämpfe verhindern sollen. Die Medizin wird ihm mit Lourdeswasser gegeben und seine Eltern beten dabei ein Ave Maria, weil dies ihr kleiner Sohn so gerne hat. Für mich ist es immer wieder erstaunlich, die Freude zu sehen, die in diesen Augenblicken auf Augustins Gesicht aufstrahlt, wenn er beim Einnehmen des Medikamentes das Ave Maria hört.

Die Heiligen spielen eine sehr wichtige Rolle im Leben des Buben, besonders die kleine hl. Theresia, von der er sogar eine Reliquie besitzt, und auch Padre Pio. Als seine Eltern ein junges Mädchen suchten, das auf Augustin aufpassen könnte, beteten sie in diesem Anliegen eine Novene zu Padre Pio, ohne dass Augustin und seine drei Geschwister davon etwas mitbekamen. Ohne dass man weiß warum, sagt Augustin seit dieser Zeit– sehr oft: “Pio! Pio! Pio! ...”, so als wolle er den Heiligen bitten, ihm zu helfen, sein Leiden aufzuopfern, um ein kleiner Miterlöser zu werden. Nach dieser Novene hat der Herr mich gerufen, um auf Augustin aufzupassen und mich um ihn zu kümmern, und das hat mich sehr berührt, denn Padre Pio ist für mich ein geistiger Vater im Himmel.

Die Miterlöserin, Mittlerin und Fürsprecherin, schenkt Augustin mit ihren zärtlichen Händen immer wieder all jene Gnaden, die er braucht, um sein Kreuz weiter zu tragen. Das erlebe ich bei ihm oft und oft. Trotz seiner Schwerstbehinderung ist Augustin ein ganz fröhliches Kind und zieht durch seine tiefe Ausstrahlung viele Menschen an, aber vor allem solche, die in ihren Herzen noch ganz verschlossen sind.

Zur Zeit bereitet sich mein Schützling auf seine Erstkommunion vor und man spürt, dass er eine große Sehnsucht hat, Jesus in seinem Herzen, zu empfangen. Wir können dafür beten, dass er dieses wunderbare Sakrament dann empfangen kann, wann Jesus es will. Und wir können uns ein Beispiel von diesem kleinen behinderten Kind nehmen, um unsererseits den Weg der Miterlösung gemeinsam mit der Gottesmutter zu gehen und all unsere Leiden besonders für die Priester aufzuopfern.

 
 
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