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4. Internationaler Gebetstag, Amsterdam 2000



Zeugnis von
Sr. Maria Barbara und Sr. Maria Anna
über ihren Missionseinsatz in der Ukraine und in Kasachstan

Herzlich möchten wir euch alle begrüßen.

Wir sind zwei deutsche Missionarinnen der Familie Mariens der Miterlöserin und möchten Ihnen heute einige Erlebnisse aus unserem Missionsalltag erzählen, die zeigen, wie die Frau aller Völker als, Miterlöserin, Mittlerin aller Gnade und Fürsprecherin auch im Osten ihren Friedens- und Erlösungsplan verwirklicht.

Babuschka Walja
Dass die Frau aller Völker für jeden persönlich etwas besonders Ansprechendes hat, zeigt das Beispiel von Babuschka Walja. Sie ist eine unter vielen betagten Omas bei uns in der Ukraine, die arm und alleinstehend in einem kleinen Kämmerlein eines großen Blockhauses lebt. Babuschka Walja hatte nicht einmal etwas Ordentliches zum Anziehen. Pullover und Strickjacke bestanden nur noch aus Fetzen. Die Ellenbogen waren so durchgewetzt, dass ein großes Loch die bloße Haut sehen ließ. Während des ganzen Tages hatte sie nur Tee getrunken und dabei den kostbaren Teebeutel so oft wieder aufgebrüht, bis sich das Wasser schon kaum mehr färbte. Ein Stück Brot lag sorgsam verpackt auf dem Tisch, doch erst für den nächsten Tag, erklärte die Babuschka. Die Rente sei zu klein und zudem wäre ja eh bald Fastenzeit und da könne man sich ja gleich schon ein bisschen darauf einstellen.
Als wir ihr das Gebetsbild der Frau aller Völker schenkten, betrachtete sie es aufmerksam und rief erfreut: „Die Gottesmutter ist ja genauso wie ich! Sie steht auch mit nackten Füßen auf der Erde! Ich gehe auch barfuß, weil meine Schuhe schon so schlecht sind.“
Bei einem unserer nächsten Besuche beteten wir das Gebet gemeinsam, wobei Babuschka Walja vorsichtig, fast zärtlich das Gebetsbild zur Hand nahm und sagte: „Ich bete dieses Gebet nicht nur morgens und abends, wie ihr es mir geraten habt, nein oft, oft am Tag. Es wird so still da drin im Herzen. In der Früh kann ich nichts essen oder etwas tun, bevor ich nicht dieses schöne Gebet gebetet habe!“ Innig drückte sie das Bildchen an ihr Herz und seufzte: „Ach, wenn doch alle Menschen an Gott glauben würden!“

Dass im Grunde in jedem Menschen diese Sehnsucht nach Gott lebt,
beweist unser nächstes Beispiel.

Im März dieses Jahres, gerade 3 Wochen nachdem die ersten ukrainischen Gebetsbildchen mit dem Imprimatur des Kiewer Weihbischofs Stanislaus Szyrokoradiuk frisch aus der Druckerei kamen, wurden wir ins städtische Gefängnis eingeladen, in dem mehr als 3000 Männer und Frauen inhaftiert sind. Mit drei dicken Päckchen der neuen ukrainischen Gebetsbildern bewaffnet, machten wir uns auf den Weg.
Ich war beeindruckt von den langen dunklen Gängen mit den schweren Eisentüren, die die Wärter für uns öffneten. Wir traten in erstaunlich sauber geordnete, doch sehr kleine Zellen ein, in denen die Gefangenen zu fünft oder sechst lebten. Da es kein Material mehr gibt, womit sie in den Arbeitsräumen beschäftigt werden können, bleiben sie den ganzen Tag in diesen kleinen Räumen sich selbst überlassen. Total überrascht stellten wir fest, dass die Häftlinge in jeder Zelle eine kleine religiöse Ecke eingerichtet hatten, in der Ikonen von Jesus und Maria zu finden waren. Ohne Ausnahme nahmen sie alle gerne das Bild der Mutter und Frau aller Völker an, das wir ihnen schenkten.
Am Schluss, als wir uns von der sehr netten Direktorin des Gefängnisses verabschieden wollten und ihr die restlichen Gebetsbilder überließen, bat sie uns eindringlich: „Wir haben noch viele andere, die dieses Bild haben möchten - nicht nur Gefangene, auch Wärter und Wärterinnen. Könnten Sie uns nicht noch einige Päckchen dieser Bilder bringen?“ Und ich dachte bei mir: „Wie wahr ist es doch, wenn die Mutter aller Völker sagt: ‚Alle haben ein Recht darauf!‘

Ja alle haben wirklich ein Recht darauf, ein Recht auf ihre Mutter! Auch unsere großen und kleinen Schützlinge, die Bettler, Obdachlosen und verlassenen Kinder, die auf der Straße leben.
Deshalb haben wir Missionarinnen der Familie Mariens der Miterlöserin es uns zur Gewohnheit gemacht, den Armen und obdachlosen Bettlern auf der Straße, die es zu Hunderten in der Stadt Kiew gibt, nicht nur eine sehr begehrte Schokolade, sondern auch das Gebetsbild der Frau aller Völker zu schenken. Wenn man ihnen eine Münze in die bittend ausgestreckten Hände legt, blicken sie gewöhnlich kaum auf, da sie durch ihr schweres Leben schon so abgestumpft und interesselos geworden sind. Als jedoch eine dieser geplagten Frauen am Straßenrand das Gebetsbild in ihrer offenen Handfläche sah, hob sie den Kopf, schaute uns an und sagte dankbar: „Gerade das habe ich jetzt gebraucht!“

Sehr berührend war das Erlebnis, das meine Mitschwester Martina Elisabeth bei einem der regelmäßigen Besuch der Obdachlosen auf dem Bahnhof hatte, wo wir besonders zur eisigen Winterszeit gewöhnlich heißen Tee und belegte Brote verteilen. Bei einer dieser Aktionen begegnete sie einem Mann, total zerlumpt und starr vor Schmutz. Seine ganzen Habseligkeiten trug er bei sich in einer Plastiktüte. Er freute sich natürlich über Tee und Brote, doch erst als ihm die Schwester das Bild der Frau aller Völker gab, kam ein Leuchten über sein Gesicht.
Geheimnisvoll zog er aus seiner Jackeninnentasche ein Bündel alter, vergilbter Zeitungen. Vorsichtig breitete er das Papier aus und zum Vorschein kam ein Bild der Gottesmutter - ganz sauber. Freudig zeigte er es meiner Mitschwester und erklärte ihr: „Jeden Abend hole ich diese Ikone heraus und bete davor. Weißt du, ich habe keinen Menschen, der mich liebt, keine Freunde, keine Familie, aber ich weiß, die Gottesmutter ist immer bei mir. Sie liebt mich!“

Es gefällt mir so gut, dass Maria bei ihrer ersten Erscheinung in Amsterdam am 25. März 1945, dem Fest der Verkündigung, sagte: „Sie werden mich ´die Frau` nennen, `Mutter`“, denn die Liebe und Fürsorge einer Mutter brauchen wir alle. Viele der verwahrlosten Kinder jedoch, die wir betreuen, müssen ohne diese mütterliche Liebe aufwachsen. Die Sorge um sie ist das Hauptanliegen unserer vielfältigen Mission in der ukrainischen Hauptstadt. Doch so ein verwundetes und verstoßenes Kinderherz zu erobern ist gar nicht so einfach! Durch ihre vielen schlechten Erfahrungen und oftmaligen Enttäuschungen sind sie sehr verschlossen und misstrauisch geworden. Die Mutter aller Völker jedoch, der wir besonders all dies Kinder anvertrauen, hilft uns immer wieder ganz augenscheinlich, einen Weg in ihre Herzen zu finden.

Ein nettes Beispiel zum Schluss soll euch zeigen, wie die Frau aller Völker selbst dafür sorgt, auch unter der Kiewer Polizei bekannt zu werden.
Da Kiew eine relativ große Stadt ist und die Menschen, die wir betreuen, in alle Himmelsrichtungen verteilt leben, müssen wir täglich mit dem Auto oft viele Kilometer zurücklegen. Da kann es dann schon vorkommen, dass wir etwas zu flott unterwegs sind und uns die Polizei stoppt, um Strafe kassieren zu können.
So geschah es, dass Sr. Martina Elisabeth, die gerade von einem Krankenbesuch heim fuhr, wieder einmal angehalten wurde. Streng wies sie der Polizist zurecht: „Wie oft versprechen Sie noch, Sie werden nicht mehr so schnell fahren? Können Sie sich erinnern: schon viermal haben Sie es versprochen.“ Sr. Martina Elisabeth konnte sich zwar an den Polizisten erinnern, doch dass sie sich schon viermal begegnet waren, das schien ihr doch ein wenig übertrieben. „Sie glauben mir nicht?“, sagte der Polizist. „Ich werde es Ihnen beweisen! Kommen Sie mit zum Polizeiauto!“ Er klappte die Sonnenblende herunter und zum Vorschein kamen in Reih und Glied vier Bilder der Frau aller Völker! Beide begannen zu lachen. Zu guter Letzt bat der Polizist unsere Missionarin sogar noch um ein fünftes Bild, diesmal persönlich für seine Frau.

Darf euch jetzt meine Mitschwester Sr. Maria Anna kurz nach Kasachstan führen, in die Missionsstation der Familie Mariens der Miterlöserin Scherbakty, nahe der sibirischen Grenze.

„Bitte lass mir dieses Bild!“
In unserem Ort starb vor kurzem ein achtzehnjähriger Junge an Tuberkulose, da seine Mutter keine Möglichkeit hatte, ihn im Krankenhaus behandeln zu lassen. Die Frau kam zu uns in die katholische Pfarrei, um für das Begräbnis Hilfe zu erbitten, und erzählte dabei folgendes: „Mein Sohn besaß ein Gebetsbildchen der FRAU ALLER VÖLKER. Als ich einem Mann, der in der Familie viel geholfen hatte, zum Dank etwas besonders Kostbares schenken wollte, dachte ich an das kleine Bild der FRAU ALLER VÖLKER. Doch mein schwerkranker Sohn im Bett bat mich flehentlich: ‘Bitte, Mama, nicht dieses Bild! Lass mir dieses Bild, ich habe es so gern!’“
Wenig später starb er friedvoll, und seine Mutter war nun so froh, dass sie ihm seinen letzten Wunsch erfüllt hatte.

„Ich fluchte von früh bis spät“
Eines Tages klopfte eine Frau an unsere Tür und bat: „Ach, gebt mir doch bitte wieder so ein Bild mit dem Gebet. Mein ganzes Leben lang hatte ich die Gewohnheit, von früh bis spät zu fluchen. Seit ihr mir dieses Bild von Maria gegeben habt, bete ich jeden Tag dieses Gebet, und ich muss nicht mehr fluchen. Doch letzte Woche habe ich dieses Bild an einen Menschen verschenkt, der mir aus einer Not geholfen hat, und sofort begann meine Zunge wieder zu fluchen. Bitte gebt mir wieder dieses Gebet!“

 
 
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