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4. Internationaler Gebetstag, Amsterdam 2000



Beitrag von
S. E. Msgr. Domenico Caloyera,
emer. Erzbischof der Diözese Izmir in der Türkei

Im Laufe meiner sechzig Priesterjahre habe ich nie gezögert mein Ja-Wort zu geben, wann immer ich eingeladen wurde, die Gottesmutter den Menschen näher zu bringen, damit sie von ihnen noch mehr geliebt werde. Obwohl mich Reisen wegen meines fortgeschrittenen Alters ermüden, und ich es in meiner Gesundheit zu spüren bekomme, bin ich heute hierher gekommen, um Maria meine persönliche Dankbarkeit und meine Verehrung zu erweisen. Dabei vereinige ich mich mit euch allen, die ihr es als eure edle und vorzügliche Pflicht gehalten habt, euch hier an diesem heiligen Ort zu versammeln.

Zu Beginn möchte ich euch im Vertrauen etwas sagen, wie man es unter Freunden tut:
Es war im Januar 1984 am Tag nach meiner Abdankung aus gesundheitlichen Gründen, von der Kirche von Smyrna, die als letzte der 7 in der Apokalypse genannten Kirchen noch heute in der Türkei besteht. Da bat ich den Hl. Vater um die Freistellung, um mich ganz für die dogmatische Definierung der universalen Mittlerschaft Mariens einsetzen zu dürfen. Und ich erbat auch seine väterliche Ermutigung für diese Aufgabe.
Mit dem Segen des Hl. Vaters reich beschenkt, unternahm ich mit großem Enthusiasmus sogleich die ersten Schritte.

Im jahrelangem Einsatz und Bemühen habe ich jedoch immer besser verstanden:
Wir müssen jeder für sich ganz persönlich durch glühendes Gebet Maria verehren und lieben und sie immer mehr in unserem Herzen tragen, damit sie immer tiefer verstanden wird als unsere Mutter.
Manche sagen, dass Maria deshalb Mutter sei, weil Jesus sie uns vom Kreuz her geschenkt hat, indem er zum Apostel Johannes, dem Stellvertreter aller Menschen, sprach: „Siehe, deine Mutter!“
Ja, das stimmt. Aber Mariens Mutterschaft uns gegenüber ist keine “passive“ Mutterschaft geblieben! Vielmehr sagte der Erlöser vom Kreuz herab:
„Mutter, siehe auf die Liebe und die Fürsorge, die du Mir bis heute geschenkt hast. Nun ist die Zeit gekommen, sie auf alle Meine Brüder und Schwestern auszuweiten, auf alle Menschen, deren Erstgeborener Ich bin: „Frau, siehe, deine Kinder!“
Ja, Maria ist wahrhaftig unter dem Kreuz die FRAU, die MUTTER ALLER VÖLKER geworden.

Der hl. Paulus sagte: „Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich an meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt“ (Kol 1,24). Doch unvergleichlich mehr als der hl. Paulus und als alle Heiligen zusammen, war die Gottesmutter mit ihrem Sohn im Leiden vereint und teilte mit Ihm in einzigartiger Tiefe die Passion, zu unserer Erlösung.
Und ich erlaube mir zu sagen: Hätte der Göttliche Vater es erlaubt, hätte sie selbst an Jesu Stelle das Kreuz angenommen und sich an jenem Holz festnageln lassen.

Erlaubt mir, dass ich euch an dieser Stelle nicht theologische Vertiefungen sondern eine persönliche Erfahrung erzähle.
Es geschah vor langer Zeit, am 16. Juli 1939, am Fest der Mutter Gottes vom Berge Karmel, am Tag meiner Priesterweihe. An jenem Tag weihte ich mich und meine Mission, die ich in Angriff nehmen sollte, ganz Maria. Ich sagte ihr ungefähr folgende Worte:
„O meine Mutter, ich weiß nicht, was das Leben mir bringen wird. Aber eines weiß ich: ich werde ganz fest deine mütterliche Hilfe brauchen. Bleibe immer bei mir, ich bitte dich darum! Ja, mehr noch, nimm mich in deine Arme und ich verspreche dir, dass ich mich bemühen werde, dass du geliebt, geehrt und gefeiert wirst, dass dich alle kennenlernen und dir – als ihre Mutter – nachfolgen.“

Inmitten all meiner Grenzen, meines Klein- und Nichtsseins, kann ich heute nach mehr als 60 Jahren priesterlichen Wirkens doch beteuern, dass ich ihr treu geblieben bin, auch wenn die mir anvertraute Aufgabe ermüdend war: anstrengende Reisen, Wechsel von Klima und Gebräuchen, Vorbereitungen für die pastoralen Einsätze usw.

Aber wenn ihr wüsstet …. mit wie viel Liebe, wie großherzig Maria immer mit mir war und wie sie mich beschützte, aus wie vielen Todesgefahren sie mich befreite!

Heute möchte ich ihr dafür meinen Dank wiederholen und ich lade euch ein: Glaubt an die Güte Mariens und an ihr Wirken! Erst in der ewigen Heimat werden wir uns dessen bewusst werden und es wirklich schätzen, was Maria für jeden einzelnen von uns getan hat. Ohne Sie würden uns nicht nur die Mittel fehlen, um in diesem Leben weiterzugehen, sondern auch, um das ewige Leben zu erlangen.

Wir wissen, dass der Hl. Vater diese Jahr am 8. Oktober auf dem Petersplatz, vereint mit den Bischöfen der ganzen Kirche, vor der Statue der Gottesmutter von Fatima, die Weltweihe an ihr Makelloses Mutterherz erneuern wird. Welch Entscheidung des Hl. Vaters um dem Wunsch Marias zu entsprechen.
Also wenden wir uns heute alle an sie mit erneuertem Glauben und mit Eifer. Sie ist unsere Mutter, denn sie ist die Mutter Gottes und die Königin und Frau aller Völker, die noch einmal an der Schwelle zum dritten Jahrtausend, das von Zweifeln und Unvollkommenheiten belastet ist, eingreifen möge, auf dass das Böse besiegt wird und das Licht, das Christus ist, sich überall ausbreite.

 
 
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