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4. Internationaler Gebetstag, Amsterdam 2000



Homilie VON
S. E. Msgr. Paul Maria Hnilica SJ
Titularbischof aus Rom

Liebe Pilger,
Vor wenigen Wochen durfte ich in Fatima die Seligsprechung der beiden Seherkinder, Francesco und Jacinta, miterleben. Der Heilige Vater begann seine Predigt mit den gleichen Worten, die wir soeben gehört haben: „Ich preise dich, Vater, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.“ (Mt 11,25)

In Fatima wird die Botschaft der Miterlösung schon in dem Gebet dargelegt, das der Engel die Kinder lehrte, als er sie bat, Gott um die Rettung der Seelen zu bitten, die besonders Seiner Barmherzigkeit bedürfen.
Dann erklärt der Engel, dass die Herzen Jesu und Mariens Pläne der Barmherzigkeit mit ihnen hätten und dass der Engel sie darauf vorbereiten sollte, damit sie diese Pläne verstehen und in die Tat umsetzen können.

Außerdem sagte mir die heute noch lebende Seherin Lucia, als ich sie fragte, was das Wesentliche der Fatimabotschaft sei: Bereits am ersten Tag fragte die Gottesmutter, ob wir bereit wären, uns für die Sünder zu opfern und jedes Leid anzunehmen. Dann zeigte Maria ihnen die Hölle und sprach: „Ihr habt die Hölle gesehen, wohin die Seelen der armen Sünder gehen, weil es nur wenige gibt, die sich für sie aufopfern; und um sie zu retten, möchte Gott in der Welt die Verehrung meines Makellosen Mutterherzens einführen.“

Was ist nun der Inhalt und die Sendung des Makellosen Mutterherzens, wenn nicht jene: die innigst nur mögliche Mitarbeiterin unseres Herrn Jesus Christus für das Heil der Seelen zu sein – Wir können sie als die Miterlöserin an der Seite ihres Sohnes bezeichnen.

Als der Heilige Vater bei der Seligsprechung der Hirtenkinder von Fatima über Jacinta sprach, verglich er das kurze Leben dieses Kindes mit dem, was der heilige Paulus sagt, wenn er erklärt: „Ich ergänze an meinem Leib, was an den Leiden Christi noch fehlt“.

Als die Muttergottes in Krakau (Polen) der heiligen Sr. Faustyna Kowalska erschien, erklärte sie der Ordenschwester, dass Maria sie vorbereite, ein Instrument der Barmherzigkeit zu werden. Und nachdem Jesus ihr gesagt hatte: „Ich möchte, dass du dich selbst für die Sünder zum Opfer bringst, besonders für jene Seelen, welche ihr Vertrauen in die göttliche Barmherzigkeit verloren haben“, lehrte Jesus Sr. Faustina den Barmherzigkeitsrosenkranz und die Novene zur göttlichen Barmherzigkeit. Er selbst erklärt, wie man sich auf das Fest der Göttlichen Barmherzigkeit vorbereiten soll, das die Kirche am Weißen Sonntag begeht.

Jesus diktiert die Novene zur göttlichen Barmherzigkeit - die vom Karfreitag bis zum Sonntag nach Ostern geht -, indem Er zusammenfassend wünscht, dass wir in Seine Barmherzigkeit eintauchen. Zuerst müssen wir selbst offen und voll Vertrauen gegenüber Seiner Barmherzigkeit werden, dann werden wir uns - als Glieder des mystischen Leibes - für das einsetzen, wofür Er Sein Leben hingegeben hat: für das Heil der Seelen.

Jesus wollte, dass wir in der Mission, die der Vater Ihm anvertraut hat, Seine Mitarbeiter werden. Als Sohn Gottes hat Er Sich durch die Menschwerdung ganz mit den Menschen vereint, um das Haupt der Menschheit zu werden. Er ist das Haupt eines einzigen Leibes, der für ein einziges Ziel arbeiten muss, für das Heil der Seelen, die Gottvater Seinem Sohn anvertraut hat.

Deshalb spricht Jesus in der Novene, die Er Sr. Faustina diktiert hat, von verschiedenen Gruppen und Kategorien von Menschen, nur mit dem einen Wunsch: alle Menschen in einer einzigen Familie zu vereinen und sie einzuladen, bei der Erlösung der Brüder und Schwestern mitzuhelfen. Wer die Novene zur göttlichen Barmherzigkeit betet, bringt diese tagtäglich Gott dar.
Am ersten Tag betet man für die ganze Menschheit, besonders für die Sünder, und unter diesen besonders für jene, die am meisten der Barmherzigkeit Gottes bedürfen. Jesus bittet uns darum, sie in Seine unendliche Barmherzigkeit einzutauchen; Er bittet also um unsere Mitarbeit, so, als ob unsere Brüder und Schwestern ohne unseren Beitrag das Heil nicht finden könnten.

Am zweiten Tag bittet Jesus darum, dass wir Ihm die Seelen der Priester und der Gottgeweihten anvertrauen. Jeder Christ ist dazu aufgerufen, einen Weg der Heiligkeit zu gehen. Aber Jesus möchte, dass wir diese Seelen Ihm vertrauen, damit sie noch heiliger werden und noch fruchtbarer in ihrem Apostolat werden.

Am dritten Tag beten wir für die Gerechten, damit sie noch heiliger werden.
Dann bittet Er darum, dass wir ihm alle Heiden anvertrauen. Es gibt vier Milliarden Heiden, deren Heil nicht nur allein vom Sterben Jesu und von Seinem am Kreuz vergossenen Blut abhängt, sondern auch von unserer Mitarbeit, indem wir sie in das Meer Seiner Barmherzigkeit eintauchen.

Am fünften Tag bittet Er darum, dass wir Ihm die vom Glauben Abgefallenen darbringen. Am sechsten Tag bittet Er um die Seelen der Kinder und der Unschuldigen, die Sein Trost sind. Und so weiter!

Hier in Amsterdam wird Maria als die Mutter aller Völker verehrt. Sie zeigt sich vor dem Kreuz stehend, das heißt in der Haltung der innigsten Teilnahme am Geheimnis Jesu. Maria, die im Geheimnis von Nazaret den Sohn empfangen hat, steht Ihm nun auf Kalvaria unter dem Kreuz beim Sterben bei. Und sie erhält die Bestätigung ihrer miterlösenden Berufung durch die Worte Jesu: „Frau, siehe dein Sohn!“

So wird Maria in Johannes Mutter für die Menschheit, aber auch die Mutter aller Mütter, denn so wie jede Mutter arbeitet sie mit am Schenken von Leben für all jene, die im Blut Christi gerettet werden.

Gott möchte, dass wir, vor allem die Gottgeweihten, Maria als Vorbild unseres Einsatzes für die Miterlösung nehmen. Jesus braucht uns! Er möchte, dass wir auf die gleiche Art wie Maria Miterlöser seien; sie ist die Miterlöserin par excellence. Deshalb müssen wir uns einsetzen, damit das Dogma der Miterlöserin verkündet werde. Es ist bereits ein unter den Christen weit verbreitetes Glaubensgut, sozusagen ein gemeinsames geistiges Empfinden. Vor allem für jene, die es schwer im Leben haben. Als wir zum Beispiel im Konzentrationslager inhaftiert waren, war es sehr wichtig zu verstehen und anzunehmen, dass wir Miterlöser sind.

Wenn wir über die Miterlösung sprechen, wenn es eine Tatsache ist, dass wir mit Maria, der Miterlöserin, Miterlöser sind, dann müssen wir aber gleichzeitig unterstreichen, dass wir Maria nicht dem Erlöser Jesus Christus gleichsetzen. Wir wollen nur sagen, dass sie, mehr als alle anderen, - weil sie von Gott erwählt war, die Mutter Seines Sohnes zu sein, der Mensch und der Erlöser aller wurde - erwählt war, ihm ähnlich zu werden. Sie wurde die innigste Mitarbeiterin im Erlösungsplan des Vaters für die Menschheitsfamilie.

Wenn wir heute den vierten Internationalen Gebetstag in Amsterdam mit dieser Heiligen Messe beenden, möchte ich an dieser Stelle Maria, der Frau aller Völker, für alle Gnaden danken, die sie uns an diesen Gebetstagen geschenkt hat. Es war wirklich ein schöner Beitrag zur Hinführung auf das Große Jubiläumsjahr, dass in jedem der drei Vorbereitungsjahre auf das Große Jubiläum auch ein internationaler Gebetstag stattfand. An diesem Pfingstfest im Jubeljahr durften wir den krönenden Abschluss dieser Internationalen Gebetstage miteinander erleben. Für die kommenden Jahre möchte ich Sie alle aufrufen: Haben Sie Mut, Gebetstage in Ihren Diözesen, Pfarreien und Gebetsgruppen zu veranstalten, um so vielen Menschen auf allen Kontinenten zu ermöglichen, Maria als ihre persönliche Mutter und Miterlöserin kennen und lieben zu lernen.

Im Namen der Gottesmutter möchte ich all jenen danken, die dazu beigetragen haben, dass dieser Gebetstag im Jubiläumsjahr stattfinden konnte: Msgr. Punt, dem Apostolischen Administrator der Diözese Haarlem-Amsterdam, all jenen, die durch Gebet und Opfer zum Gelingen dieses Gebetstages beigetragen haben, der Stiftung Frau aller Völker und allen Brüdern und Schwestern der Familie Mariens der Miterlöserin. Besonders danke ich im Namen Mariens allen Organisatoren für ihr Vertrauen und ihre Liebe zur Frau aller Völker. Nur diese Liebe machte es möglich, dass trotz finanzieller Nöte und vieler Hindernisse Tausende Menschen Trost und Heilung, Stärkung und neuen Mut in ihren Leiden empfangen haben. ...

Ich schließe mit einem Satz, den Jesus zu Sr. Faustina gesprochen hat: „Oh, wenn doch die Sünder Meine Barmherzigkeit kennen würden, dann würde ein Großteil von ihnen nicht verloren gehen! Sage den Sündern, dass sie keine Angst haben sollen, sich mir zu nähern; zu ihnen spricht Meine große Barmherzigkeit. Jede Seele, die verloren geht, taucht Mich in unbeschreibliche Traurigkeit. Du tröstest mich immer, wenn du für die Sünder betest. Das Gebet, das Mir am meisten Freude bereitet, ist das Gebet für die Rettung der Seelen. Wisse, Meine Tochter, dass dieses Gebet immer erhört wird!“

 
 
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